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Das Geschäftsklima in den USA und Österreich hellt sich auf

Die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik unter Trump werden zwar negativ wahrgenommen, sind in der Realwirtschaft bisher aber noch nicht angekommen.

Donald Trump schadet dem Geschäftsklima in den Vereinigten Staaten und Österreich offensichtlich nicht – zumindest laut dem aktuellen Business Barometer der American Chamber of Commerce in Austria in Zusammenarbeit mit Price Waterhouse Coopers. Dieses wird zweimal jährlich erhoben; dabei werden die Top-Manager von 100 U.S. Unternehmen mit Aktivitäten in Österreich befragt. Nach einer Durststrecke über die letzten zwei Jahre schätzen die Befragten die Entwicklung des Geschäftsklimas deutlich positiver ein.

Donald Trump schadet der europäischen Wirtschaft

Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen von Präsident Trump und deren Auswirkung auf die europäische Wirtschaft schätzen 63 Prozent der Befragten als negativ ein. 26 können die Auswirkungen noch nicht abschätzen, während nur zwei Prozent diese Maßnahmen als positiv beurteilen. Etwas weniger negativ werden die Auswirkungen der U.S.-Wirtschaftspolitik auf Österreich gesehen: Hier werden sie nur von 35 Prozent der Top-Manager als negativ oder sehr negativ eingeschätzt, während 29 Prozent der Umfrageteilnehmer derzeit keine Auswirkungen feststellen.

„Bei der positiven Bewertung der österreichischen Standortpolitik zeigt sich, dass die Bemühungen der heimischen Politik ernst genommen werden und langsam Bewegung in die Sache kommt. Obwohl die U.S. Wirtschaftspolitik unter Trump aus europäischer Sicht negativ abschneidet, hat sie in naher Zukunft noch wenig Auswirkungen. Die positive Einschätzung des Geschäftsklimas lässt auf stabile bis wachsende Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Österreich schließen“, fasst AmCham Austria-Präsident und Hilton Country General Manager Norbert B. Lessing die Ergebnisse des aktuellen Business Barometers im ersten Halbjahr 2017 zusammen.

Gute Stimmung in den Vereinigten Staaten

71 Prozent der Befragten – um zwölf Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr – beurteilen die aktuelle Geschäftslage in den USA als positiv. Auch bei der Beurteilung der Entwicklung der eigenen Geschäftserwartungen in den kommenden sechs Monaten steigt die Positiveinschätzung von 33 auf 41 Prozent. Der Anteil der Negativbeurteilungen liegt mit drei Prozent konstant niedrig. Beachtenswert sind die null Prozent der Befragten, die von einer deutlichen Verschlechterung im kommenden Halbjahr ausgehen. 56 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen im aktuellen Business Barometer von einer weiteren Verbesserung des Geschäftsklimas im nächsten Halbjahr aus, wobei die Zahl der pessimistischen Einschätzung von vier auf zwei Prozent sinkt.

Österreich im Aufwind

Für Österreich fällt die Einschätzung ebenfalls signifikant besser als vor einem halben Jahr aus: 52 Prozent der Befragten beurteilen das aktuelle Geschäftsklima als gut – sieben Prozent mehr als noch vor einem Halbjahr. Die Zahl der negativen Beurteilungen sank von zehn auf sechs Prozent. 37 Prozent der befragten Top-Manager blicken mit positiver Stimmung auf das nächste Halbjahr und erwarten eine gute Entwicklung der eigenen Geschäfte. Auch in Österreich liegt der Anteil bei negativen Erwartungen bei null Prozent. 45 Prozent – elf Prozent mehr als bei der letzten Befragung – erwarten im nächsten Halbjahr eine weitere Verbesserung des Geschäftsklimas in Österreich.

Wehrmutstropfen Beschäftigung

Trotz der aktuellen Arbeitsmarktzahlen und der positiven Grundstimmung, glauben nur mehr 21 Prozent der Befragten an eine steigende Beschäftigungsentwicklung – vor einem halben Jahr lag dieser Anteil noch bei 27 Prozent. Im Gegensatz dazu nimmt auch die Befürchtung von einer weiter sinkenden Beschäftigung von 16 auf 13 Prozent ab.

Investitionen in Österreich bleiben im nächsten Halbjahr konstant

Bei der Frage nach den geplanten Investitionen im nächsten Halbjahr, geben statt 19 Prozent bei der letzten Befragung nur mehr 16 Prozent an, ihre Investitionen erhöhen zu wollen. 70 Prozent planen eine konstante Investitionshöhe, womit sich auch der Anteil jener, die weniger investieren wollen von 22 auf 15 Prozent reduziert.

Standortattraktivität Österreichs ist deutlich gestiegen

Eine massive Veränderung gibt es bei der Beurteilung der österreichischen Standortattraktivität, die ihren Bestwert seit dem zweiten Halbjahr 2011 erreicht: 22 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich diese in den letzten zwölf Monaten verbessert hat – vor einem halben Jahr teilten nur acht Prozent diese Meinung – und nur mehr zehn statt 35 Prozent orten eine Verschlechterung.

Als größte Herausforderungen werden in Österreich nach wie vor die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, die hohen Lohnnebenkosten und die steuerliche Belastung von Unternehmen genannt. Als überdurchschnittlich positiv bewerten die Umfrageteilnehmer die Lebensqualität und Sicherheit sowie die gute Infrastruktur für Verkehr, Telekommunikation und Energie.

Die aktuelle Standortpolitik wird von den befragten Unternehmern zu 45 Prozent als „ausgezeichnet“ oder „gut“ beurteilt, womit dieser Wert im Vergleich zum letzten Halbjahr ebenfalls um 19 Prozentpunkte signifikant zunimmt und sich die Negativbeurteilungen auf acht Prozent halbieren.

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