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Günstige Geschäftslage von US-Firmen in Österreich wirkt sich positiv auf Beschäftigung und Investitionen aus

Aktuelles Business Barometer der American Chamber of Commerce in Austria bewertet Österreich als Wirtschaftsstandort deutlich attraktiver als noch vor zwei Jahren.

Seit März 2011 führt die U.S. Handelskammer in Österreich (AmCham) mit dem Business Barometer eine Geschäftsklima-Befragung durch, bei der Top-Manager amerikanischer Unternehmen mit Sitz in Österreich, die für rund 26.000 Arbeitsplätze verantwortlich sind, halbjährlich zur wirtschaftlichen Situation und Perspektiven ihres Unternehmens in Österreich und den Vereinigten Staaten befragt werden.

Während die Ergebnisse des letzten Business Barometer im Herbst 2017 noch einen deutlichen Vertrauensverlust in die amerikanische Wirtschaft aufwiesen, zeigt sich nun eine deutlich positivere Bewertung der aktuellen Geschäftslage in den USA. Die Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung bis Herbst 2018 fallen sowohl in den USA als auch in Österreich deutlich vorsichtiger aus und sorgen für eine geringfügige Verschlechterung des Geschäftsklimas in Österreich. Insgesamt wirkt sich die aktuelle günstige Geschäftslage positiv auf Beschäftigung und Investitionen in Österreich aus.

„Nach dem Vertrauensverlust in die amerikanische Wirtschaft, der im letzten AmCham-Business-Barometer abzulesen war, wird die aktuelle Geschäftslage nun sowohl in den USA als auch in Österreich wieder deutlich besser eingestuft. Auffallend zum Positiven entwickelt hat sich vor allem Österreich als attraktiver Standort für U.S.-Unternehmen, was insbesondere auf die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, Lebensqualität und Sicherheit sowie auf die Infrastruktur in Bezug auf Verkehr, Telekom und Energie zurückzuführen ist. Es freut uns als AmCham Austria sehr, dass Österreich Bestnoten in der Standortattraktivität seit Beginn der Erhebung erzielt, denn die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich ist uns ein wichtiges Anliegen“, kommentiert AmCham-Austria-Präsidentin Sandra Kolleth die vorliegenden Ergebnisse. „Auch von der neuen Regierung erwarten sich die Befragten eher positive Impulse“, ergänzt Kolleth.

Niveau des Geschäftsklimas in Österreich besser als in den USA

Trotz Erholung der Werte im Vergleich zu jenen der letzten Erhebung, liegen die Referenzwerte für die USA erneut durchwegs unter jenen für Österreich: Das Niveau des Geschäftsklimas wird in Österreich mit einem Indexwert von 48 bewertet (USA: 34), die aktuelle Geschäftslage mit 67 (USA: 52, entspricht einem Plus von 15 Punkten im Vergleich zum letzten Business Barometer) und die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr mit 29 Punkten (USA 16). Hinsichtlich der Einschätzung fallen die Werte für beide Länder recht ähnlich aus: So wird die aktuelle Geschäftslage in den USA von 64 Prozent der Befragten als gut bewertet, in Österreich sogar von 71 Prozent der Befragten. Dem gegenüber stehen zwölf Prozent (USA) beziehungsweise vier Prozent (Österreich), die die aktuelle Geschäftslage als schlecht bewerten.

Was die Entwicklung der künftigen Geschäfte für die kommenden sechs Monate betrifft, sind die Erwartungen sowohl für die USA als auch in Österreich etwas verhaltener als vor einem halben Jahr. In den Erwartungen sind sich die Befragten für beide Märkte einig: Jeweils 30 Prozent der Befragten gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus, je 68 Prozent erwarten keine Veränderung und je ein Prozent geht von einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten aus.

Beschäftigung und Investitionen in Österreich legen deutlich zu

Die aktuell günstige Geschäftslage in Österreich nimmt positiven Einfluss auf die Beschäftigungs- und Investitionsentwicklung: 24 Prozent der Befragten gehen von einer steigenden Beschäftigung in den nächsten sechs Monaten aus und weitere 22 Prozent von höheren Investitionsplänen für die kommenden zwölf Monate. Vergleicht man die aktuellen Indexwerte mit jenen des Business Barometer vom März des Jahres 2016, so zeigt sich im Bereich der Beschäftigung ein Zuwachs von sechs Punkten, bei der Entwicklung der Investitionspläne sogar ein sattes Plus von 23 Punkten.

Österreich erzielt Bestnoten für Standortattraktivität seit Beginn der Erhebung

Während der Wirtschaftsstandort Österreich im März 2016 hinsichtlich seiner Attraktivität noch mit minus 25 Punkten bewertet wurde, konnte nun mit einem Indexwert von 32 der Höchstwert seit Beginn der Erhebung und ein Plus von sieben Punkten im Vergleich zu letztem Herbst erzielt werden. Von besonders hoher Bedeutung für U.S.-Unternehmen sind hier vor allem die Faktoren „Lebensqualität und Sicherheit“, „Infrastruktur in Bezug auf Verkehr, Telekom und Energie“ sowie „Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften“, die jeweils 70 bis 90 Prozent der Befragten als wichtig und ausgezeichnet bewerten. Hingegen wird den speziell als wichtig empfundenen Themen wie „Lohnnebenkostenniveau“, „Steuerbelastung“ sowie dem hohen „Gehaltsniveau“ von weniger als 25 Prozent der Befragten eine gute Note ausgesprochen.

Vergleicht man die aktuelle Bewertung der Standortbedingungen mit den Werten der letzten Erhebung, zeigen sich geringfügige Verbesserungen bei den Faktoren „Lohnnebenkosten“, „Arbeitsmarktbedingungen“ und „Steuerlast“, während sich jene der „Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften“ und dem zu bedienenden „Gehaltsniveau“ marginal verschlechtert haben.

Insgesamt bewerten drei Prozent der befragten Top-Manager die hiesige Standortpolitik als auszeichnet und weitere 53 Prozent als gut; lediglich drei Prozent attestieren Österreich eine schlechte Standortpolitik.

Positive Erwartungen an die aktuelle Bundesregierung

Entgegen den verhaltenen Erwartungen an die Entwicklung der Geschäftslage in Österreich in den kommenden sechs Monaten stehen die Befragten der neuen Regierung recht positiv gegenüber: Für 50 Prozent der befragten Vertreter der U.S.-Unternehmen nimmt die neue Regierung einen positiven (elf Prozent) oder eher positiven (39 Prozent) Einfluss auf die heimische Wirtschaft. Dem gegenüber stehen sieben Prozent, die den Einfluss als negativ (zwei Prozent) oder eher negativ (fünf Prozent) bewerten. Auch für die eigenen Unternehmen werden eher positive denn negative Impulse erwartet.

Zu den wichtigsten Standortthemen für international tätige Unternehmen mit U.S.-Herkunft zählen weiterhin die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, die hohe Steuerbelastung der Unternehmen sowie die im europäischen Vergleich sehr hohen Lohnnebenkosten. Als besonders positiv werden Lebensqualität und Sicherheit sowie Infrastruktur in Bezug auf Verkehr, Telekommunikation und Energie bewertet.

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