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Kultur Österreich

FreudeNOW Festival findet 2020 erstmals in Wien statt

Neues Festival verwandelt die historische Galopprennbahn Freudenau von 4. Juli bis 23. August 2020 in eine Multimedia-Show-Bühne. Wagner, Mozart, Lehár, Puccini sowie Zirkus, Operette und Filmmusik bereichern den Wiener Kultursommer. Drei Eigenproduktionen und fünf Gastproduktionen werden in 21 Aufführungen gezeigt.

Intendant Ernst Theis stellte das neue FreudeNOW Festival bei CTS EVENTIM Austria vor. Es wird im Sommer 2020 erstmals in Wien stattfinden und stellt ein neues kulturelles Angebot für Einheimische und Touristen in den Sommermonaten dar. Das Festival wird durch eine ungarische Investorengruppe ermöglicht, die rund eine Million Euro in das Programm und die aufwändige Technik investiert.

„Erstmals wird Richard Wagner in Wien im Rahmen eines Festivals präsentiert. Wir sind überzeugt davon, eine inhaltliche Lücke zu schließen, die durch die Sommerpause an den Spielhäusern entsteht. Die Programmierung von FreudeNOW ist bewusst breit aufgestellt und zielt auf Vielfalt ab“, so Theis.

„Das FreudeNOW Festival erfüllt die starke kulturelle Verbindung zwischen Österreich und Ungarn mit neuem Leben. Hochkarätige Künstlerinnen und Künstler aus dem gesamten ehemaligen Monarchieraum, namhafte Orchester und eine ausgefeilte Bühnentechnik versprechen ein inspirierendes Kulturerlebnis“, fasst Balázs Fellegi stellvertretend für die Investoren zusammen.

„Das neue Klassik- und Musikfestival setzt einen spannenden Impuls in der Wiener Kulturvielfalt. Als starker Partner der Kulturbranche begleitet oeticket das FreudeNOW Festival von Beginn an, um mit der Expertise aus 76.000 jährlich verkauften Live-Events zum Erfolg dieser Initiative beizutragen“, kommentiert CTS-EVENTIM-Austria-Geschäftsführer Christoph Klingler.

Kultur, Genuss und Unterhaltung in der Wiener Freudenau

Als „sehr zeitintensiv“ beschreibt der Intendant die Suche nach dem geeigneten Ort, die sich über mehrere Monate hinzog. Mit der historischen Galopprennbahn, die 1839 eröffnete, wurde schließlich eine ideale Location gefunden, um die hohen technischen Anforderungen zu erfüllen. Insgesamt 1.826 Sitzplätze auf eigens errichteten Tribünen bieten dem Publikum einen ausgezeichneten Blick auf die große Bühne. Das Festivalgelände wird neben der imposanten Bühne auch ein großes Gastronomie-Areal beheimaten. Der „Papageno Court“ wird Besuchern auch abseits des Festivals offenstehen und an lauen Sommerabenden zu entspannten Stunden im Wiener Prater laden. Der kulinarische Schwerpunkt liegt auf Schmankerln aus der ehemaligen Monarchie sowie österreichischen und ungarischen Weinen. Besucher werden ihre Bestellungen direkt über eine eigene Smartphone-App aufgeben und bezahlen können. Für Firmenveranstaltungen und Incentives stehen eigene Gastronomiebereiche zur Verfügung, die exklusiv genutzt werden können.

„Die imperiale Atmosphäre der Galopprennbahn Freudenau bietet den optimalen Rahmen, um den Bogen zwischen klassischer Musik und digitaler Gegenwart zu spannen“, meint Christoph Levante Hara, stellvertretender Intendant.

Wagner-Festspiele für Wien: Der fliegende Holländer (Eigenproduktion)

Im Zentrum von FreudeNOW steht Richard Wagner. Sein „Der fliegende Holländer“ wird in insgesamt vier Vorstellungen zu sehen sein. Die ersten „Wiener Wagner-Festspiele“ werden von Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Lehár, Giacomo Puccini, Operette und Filmmusik sowie modernem Zirkus flankiert.

„Der Streifzug quer durch die Musikgeschichte und Musikrichtungen wird im Zusammenspiel mit der innovativen Digital-Bühne neue Sichtweisen öffnen und verspricht dem Publikum ein neues, multimediales Musikerlebnis“, kündigt Theis an.

Als erstes Wiener Open-Air-Festival wird FreudeNOW dem Werk Richard Wagners eine Bühne bieten. In der Eigenproduktion der romantischen Oper „Der fliegende Holländer“ werden namhafte Künstler wie Magdalena Anna Hofmann, Herbert Lippert, Josef Wagner, Wolfgang Bankl, Katharina von Bülow und Christian Franz dieses legendäre Werk Wagners präsentieren. Die neue Digital-Bühne soll Schauplatz beeindruckender Bilderwelten werden und die Wagner-Oper in das Digitalzeitalter transferieren.

Die Oper wurde 1843 in Dresden (Deutschland) uraufgeführt und von einer dramatischen Schiffsreise Wagners inspiriert. Die Grenze zwischen Sage, Legende und den phantastischen Erzählungen vereinsamter, über die Ozeane treibender Seeleute ist fließend. Durch seinen eigenen Hochmut verschuldet, ist „der fliegende Holländer“ dazu verdammt, ewig über die Meere zu segeln. Er darf nur alle sieben Jahre an Land gehen. Einzig die treue Liebe einer Frau kann ihn von seinem Fluch erlösen. Als er meint, diese in Senta gefunden zu haben, kommt es zur tragischen Wendung. Statt ihn zu heiraten, stürzt sie sich für den Mann ins Meer. Während Sentas Tod ihm die ersehnte Erlösung bringt, versinkt auch sein Schiff in den Fluten.

Filmmusik I: 100 Jahre Federico Fellini und sein kongenialer Partner Nino Rota

Federico Fellini ist ohne Zweifel eine der schillerndsten Persönlichkeiten des italienischen Films. Seine Filme „Casanova“ und „Die Orchesterprobe“ oder sein früher Film „Die Müßiggänger“ beeindruckten genauso, wie sie verstörten. Nicht selten bewegte sich Fellini an der Grenze des Anstands, manchmal des Erträglichen. Was aber wäre sein Œuvre ohne die Musik wert? Eine krasse Frage, eine fast undenkbare vor dem Hintergrund der Bedeutung Fellinis in der Film-, ja mehr noch, in der Kunstwelt. Mit Nino Rota fand er einen kongenialen Partner, der seine Arbeiten in Klänge tauchte, ohne die sich sein künstlerischer Gestaltungsgeist vermutlich nicht dermaßen ausdrucksstark auf das internationale Filmpublikum übertragen hätte können, wie es schlussendlich der Fall war. Anlässlich Fellinis 100. Geburtstags widmet ihm das Óbudai Danubia Zenekar Orchester im Rahmen des FreudeNOW Festivals einen Schwerpunkt.

Filmmusik II: The Best of James Bond

2020 wird der Agent im Dienste ihrer Majestät wieder die Kinokassen rund um den Globus klingeln lassen, wenn Daniel Craig und Christoph Waltz in „Keine Zeit zu sterben“ das 25. Bond-Abenteuer bestreiten. Das Óbudai Danubia Zenekar Orchester und sein Dirigent Hámori Máté laden zu einem Streifzug durch die besten Bond-Filme und -Melodien; von Sean Connery über Roger Moore und Pierce Brosnan bis zu Daniel Craig.

Filmmusik III: Ich küsse Ihre Hand, Madame (Die Anfänge des Tonfilms)

Ende der 1920er-Jahre verdrängte der Tonfilm den Stummfilm. Meister des Unterhaltungsfachs wie Werner Richard Heymann, Theo Mackeben oder Franz Grothe wussten die neue Plattform für Schlager und eigens komponierte Filmmusik effektvoll zu nutzen. Hits wie „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ sind bis heute bekannt, obwohl sie in einer Zeit entstanden, zu der Künstler ebenso ambivalent und zwiespältig standen, wie auch ihr Publikum. Nicht wenige sind politische Opfer geworden.
 
Marlene Dietrich und Zarah Leander entwickelten sich zu Film-Ikonen und Richard Tauber, zu seiner Zeit ein weltberühmter Tenor, schenkte „Ich küsse ihre Hand, Madame“ seine Stimme. Gemeinsam mit Sopranistin Natalie Karl und Tenor Michael Pflumm erweckt das FreudeNOW Festival die Perlen des Tonfilmschlagers wieder zum Leben. Zuletzt war das Projekt „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ unter der musikalischen Leitung von Ernst Theis mit dem Sinfonieorchester Basel, dem WDR Funkhausorchester und dem Münchner Rundfunkorchester zu hören.

Puccini und Lehár: Die Geschichte einer besonderen Freundschaft (Eigenproduktion)

Unter dem Titel „Two Very Special Friends“ widmet sich das FreudeNOW Festival in der dritten Eigenproduktion der wechselseitigen Beeinflussung von Giacomo Puccini und Franz Lehár. Anhand von Szenen aus bekannten Opern und Operetten werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Komponisten in einer kurzweiligen Show beleuchtet. Sie zeigt zwei konträre Künstler und Stars ihrer Zeit, die freundschaftlich verbunden waren. Durch den Abend führt Gerald Pichowetz als Erzähler. Er schreibt auch das Libretto zu diesem Abend in dramaturgischer Zusammenarbeit mit dem deutschen Musikwissenschaftler Jens-Uwe Völmecke. Auf der Bühne sind unter anderem Monika Kertész, Adorján Pataki, Elisabeth Schwarz oder Sascha Emanuel Kramer zu sehen. Die Orchestergemeinschaft aus Mitgliedern der Nationaltheater Bratislava und Brünn sowie der Philharmonie Brünn wird von Ernst Theis dirigiert. Sie wurde anlässlich der Gründung des FreudeNOW Festivals ins Leben gerufen.

Franz Lehárs „Die lustige Witwe“ wurde 1905 am Theater an der Wien uraufgeführt und läutete die „silberne Operettenära“ ein. Es folgten „Der Graf von Luxemburg“, „Das Land des Lächelns“ oder „Der Zarewitsch“. Auf Lehár gehen die großen Hits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wie „Lippen schweigen, s’flüstern Geigen“, „Heute geh ich ins Maxim“ oder „Dein ist mein ganzes Herz“ zurück. Große Hits mit meist mit tragischem Ende schreibt zeitgleich in Italien Giacomo Puccini. Der kettenrauchende Autofan erobert die Gunst des Publikums mit „Tosca“, „Manon Lescaut“ oder „La Bohème“. „Nessun dorma“ wird sicherlich an diesem Abend nicht fehlen.

Haben Sie Paris schon bei Nacht gesehen? Österreichpremiere von „Paris de Nuit“ der ReCirquel Contemporary Circus Company

„Paris de Nuit“ wurde von ReCirquel Contemporary Circus Company 2014 in Budapest (Ungarn) uraufgeführt. Seither war die Show unter anderem in Bogota (Kolumbien), Cannes und Paris (Frankreich), Santander (Spanien), Latitude (UK), Santiago de Chile (Chile), Tampere (Finnland), Bergen (Norwegen) und Edinburgh (Schottland) zu sehen.

Sinnlich, aufregend, melancholisch, voll flirrender Spannung und groovender Livemusik, mit Artistik auf Weltniveau und prickelnder Erotik – all das ist „Paris de Nuit“. Die Show versetzt das Publikum in das nächtliche Paris der 1930er-Jahre und stellt eine Vielzahl ihrer schillernden Charaktere – Künstler, Musen und Bohèmiens – vor. Mitten im turbulenten Treiben des dekadenten Paris werden sie mit atemberaubender Akrobatik, fulminanten Tanzeinlagen, bewegendem Gesang und erstklassiger Livemusik zum Leben erweckt. Ein Abend voller Lebensfreude und Schönheit, Verlangen und Sehnsucht, inspiriert von der charakteristischen Welt des legendären ungarischen Fotografen Gyula Halász Brassaï. Selbst Modeschöpfer Jean Paul Gaultier bezeichnete sie als beste Nouveau-Cirque-Produktion, die er je gesehen habe.

Operette Made in Austria

Das multimediale Operetten-Konzert „Operette Made in Austria“ der beiden Wiener-Staatsoper-Solisten Ildikó Raimondi und Herbert Lippert geht bereits in die dritte Spielsaison und findet beim FreudeNOW Festival den passenden imperialen Rahmen.

Die Publikumslieblinge laden zu einer fulminanten Zeitreise in die Blütezeit der Wiener Operette ein. Das multimediale Operettenkonzert wirft einen Blick hinter die Kulissen jener Zeit, in der Komponisten wie Johann Strauß, Carl Michael Ziehrer oder Franz Lehár Welthits schrieben. Gemeinsam mit den St. Florianer Sängerknaben und dem eigens formierten O-MIA-Jugendorchester öffnen die Staatsopernsolisten ein buntes Programmbouquet mit den bekanntesten Hits der Operette. Bei dem historisch-dokumentarischen Operettenevent trifft Tradition auf modernen Zeitgeist – multimedial und einfach genial!

Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ beim FreudeNOW Festival (Eigenproduktion)

Als weitere Eigenproduktion zeigt das Festival Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ mit Künstlern wie Sophie Klussmann, Sascha Emanuel Kramer, Julia Bauer, Magdalena Anna Hofmann, Katharina von Bülow, Tina Penttinen, Florian Hofmann oder Elisabeth Schwarz. Die Haydn Philharmonie wird von Ernst Theis dirigiert werden.

„Die Zauberflöte“ wurde 1791 im Freihaustheater uraufgeführt. Mit dem Libretto von Emanuel Schikaneder zählt sie zu den bekanntesten und meistgespielten Opern der Welt. In der Tradition der Zauberoper vereint sie teils märchenhafte Aspekte mit Mozarts Interesse am Gedankengut der Freimaurer. Im Gegensatz zu den tragischen Hofopern endet sie mit einem Happy End: Tamino findet Pamina und Papageno seine Papagena. Die Königin der Nacht kann sich trotz ihrer wunderschönen Koloraturen im Verlauf der Geschichte nicht durchsetzen und verliert gegen Fürst Sarastro.

Tickets für die Veranstaltungen sind ab 40 Euro auf https://www.oeticket.com erhältlich.

Weitere Informationen zum FreundeNOW Festival auf https://freudenow.com.

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