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Kultur Österreich

Wien bei Nacht – zwischen Terror und Lockdown

Bildband „Wien bei Nacht – zwischen Terror und Lockdown“ zeigt die Bundeshauptstadt in der Ausnahmezeit. Fotograf Nikolaus Mautner Markhof hält auf 272 Seiten die Stille der Stadt fest.

„Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen? Haben Sie das schon erlebt?“, fragte Austropop-Legende Rainhard Fendrich bereits im Jahr 1985 in seinem gleichnamigen Song. „Untertags ist sie schön fotogen wie man weiß; in der Nacht wird sie heiß und verschlingt jedes Eis“, heißt es in dem Lied weiter. 35 Jahre später zeigt die Donaumetropole ein anderes Gesicht. Sie ist weltoffen, modern und kosmopolitisch geworden; hat den Mief der 1980er-Jahre abgelegt. Der Tourismus boomte. Zuletzt verzeichnete Wien 17,6 Millionen Nächtigungen pro Jahr.

Bildgewaltige Dokumentation über Wochen des Inne- und Zusammenhaltens

Die letzten Wochen veränderten alles und zeigen die Stadt, wie sie nicht einmal die Einheimischen kennen. Am 2. November 2020, in der Nacht vor dem zweiten Lockdown zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie, erschütterte ein fürchterlicher terroristischer Angriff die Bundeshauptstadt. Bekannte und stark frequentierte Plätze wie der Stephanplatz, das Schloss Schönbrunn, der Graben und Kohlmarkt, das belebte Bermudadreieck oder die Kärntner Straße verwandelten sich in menschenleere Orte. Sie zeigen die pure Schönheit der Stadt im vorweihnachtlichen Glanz trotz der bedrückenden Atmosphäre.

Ein Stück Zeitgeschichte

Fotograf und Eventveranstalter Nikolaus Mautner Markhof legte in wenigen Tagen 120 Kilometer zu Fuß zurück, um Eindrücke einzufangen, wie man sie wohl nie mehr sehen wird. In seinem bildgewaltigen Band „Wien bei Nacht – zwischen Terror und Lockdown“ porträtiert er die Stadt ohne ihre Menschen und zeigt das pure Wien. Sein Buch ist nicht weniger als die fotografische Dokumentation eines Stücks Zeitgeschichte. Zugleich ein Mahnmal gegen den Terror und ein Zeichen für die enorme Solidarität, die sich in diesen Tagen gebildet hat und vielerorts durch Kerzenmeere ihren Ausdruck fand.

„Der Bildband ist die Momentaufnahme einer Emotion. Es ist der Versuch, einige Wochen des Ausnahmezustands unkommentiert abzubilden und als Erinnerung festzuhalten, die über die Schnelllebigkeit des Digitalen erhaben ist“, sagt Mautner Markhof und ergänzt: „Ohne zu beschönigen, porträtiert das Buch einen Moment des Innehaltens und gezwungenen Stillstands, in dem das Besondere der Stadt zum Vorschein kommt.“

Unkommentierter Streifzug durch das leere Wien

240 großformatige und packende Bilder laden in „Wien bei Nacht – zwischen Terror und Lockdown“ (ISBN 978-3-200-07395-1, 272 Seiten, 29 x 23 cm) zu einem Streifzug durch die österreichische Bundeshauptstadt ein, wie man ihn – hoffentlich oder leider – nie wieder erleben wird. Der Bildband verzichtet bewusst auf erklärende Texte und lässt die Bilder sprechen, die ausdrucksstark eine Zeit dokumentieren, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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