Stichwortsuche

4GAMECHANGERS NEXT macht Mut für Europas Zukunft – BILD

ID: LCG26218 | 17.09.2026 | Kunde: 4GAMECHANGERS NEXT | Ressort: Wirtschaft Österreich | Medieninformation

4GAMECHANGERS NEXT: Bernhard Albrecht, Clemens Pig, Ingrid Thurnher, Andreas Babler, Peter Strutz und Thomas Gruber © Christian Jobst

Gemeinsame Konzepte von Medien, Politik und Wirtschaft stehen im Zentrum der Veranstaltung von ORF und ProSiebenSat.1 PULS 4. Unter dem Titel „Shape What’s Next“ wird der Mut zu starken Kooperationen geweckt.

Bilder zur Meldung in der Mediendatenbank

Wien (LCG) – Die Fortsetzung von 4GAMECHANGERS NEXT appellierte an Kooperation, Innovation und einen positiven Zukunftsblick. Am Donnerstagabend ging das Event von ORF und ProSiebenSat.1 PULS 4 über die Bühne in der Meinls Rösthalle. Hochkarätige Speaker widmeten sich sowohl Fragen des österreichischen Medienstandorts als auch der wirtschaftlichen Zukunft der Europäischen Union. Perspektiven gaben unter anderem Vizekanzler Andreas Babler, PULS 4-Infodirektorin Corinna Milborn, Staatssekretär Alexander Pröll, Unternehmerin Verena Pausder, Finanzmarktexpertin Monika Rosen, Gerhard Zeiler (Warner Bros. Discovery), Andreas Treichl (Erste Stiftung), der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig und ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher.

Kooperation ist der Gamechanger

„Was müssen Österreich und Europa jetzt tun, ist die zentrale Frage von 4GAMECHANGERS NEXT, um neue Denkanstöße zu finden“, begrüßt Thomas Gruber, Co-CEO von ProSiebenSat.1 PULS 4 am Donnerstagabend in der Meinls Rösthalle.

„Die Digitalgiganten sehen den Menschen nur mehr als Objekt von Algorithmen. Als Medien können wir dazu beitragen, die Kritikfähigkeit und den gesellschaftlichen Diskurs fördern. Kooperation wird zum Schlüsselfaktor, um den Medienstandort zukunftsfit zu gestalten“, betont Bernhard Albrecht, Co-CEO von ProSiebenSat.1 PULS 4.

Babler: Österreich muss sich guten Journalismus leisten können

Die Gesellschaft brauche eine gute und informierte Zukunft in einer zunehmend digitalisierten Welt, meint Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler. Aus dem ORF-Zukunftsforum berichtet er von der hohen Bedeutung, die der öffentlich-rechtliche ORF für die Menschen hat, und der hohen Konsensorientierung aller Beteiligten. Es sei die Aufgabe der Politik, den ORF zu unterstützen, um seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen zu können. Mehr Kooperation und mehr Digitalisierung sind die Basis für Medien, um sich gegen die Digitalgiganten mit ihren Algorithmen aufzustellen, die Einfluss auf die Demokratien nehmen und von Falschinformation leben. Qualitativer Journalismus braucht eine solide Finanzierung, um der demokratischen Gesellschaft zu dienen. Österreichischen Content bezeichnet er als die gemeinsame gesellschaftliche Verhandlungsmasse. Er begrüßt den EU-Vorschlag für ein Social-Media-Verbot für Kinder, mit dem Österreich vorangeht. Den österreichischen Entwurf findet er „gut und durchdacht“ und hält am Zeitplan fest.

„Die Politik kämpft für den Medienstandort – im eigenen Land und auf europäischer Ebene. Österreich muss sich guten Journalismus leisten können. Werbetreibende sind dazu aufgerufen, ihren Teil beizutragen und nicht Milliarden bei globalen Konzernen zu investieren“, sagt Babler.

KI für Hidden Champions: Pröll über Österreichs Chancen im KI-Wettlauf

Im Talk mit ProSiebenSat.1 PULS 4-Infodirektorin Corinna Milborn spricht sich Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll für mehr Mut im Umgang mit Künstlicher Intelligenz aus. Das Land kann als produzierender Standort stark davon profitieren, wenn Künstliche Intelligenz in die vielen Hidden Champions einzieht. Mit dem Social-Media-Verbot möchte er nicht auf die Europäische Union warten, da sich jahrelange Verhandlungen abzeichnen. Der Staatssekretär prangert die Abhängigkeiten in den Lieferketten an und spricht sich für einen stärkeren und geschlossenen Auftritt der Europäischen Union aus.

„Europa ist in der KI-Entwicklung dramatisch hinten nach. Wir haben bei Rechenzentren massiven Aufholbedarf“, so Pröll. „Im KI-Bereich arbeitet Österreich an einer adaptiven Strategie, um der Entwicklungsgeschwindigkeit zu begegnen. Durch Bildung schaffen wir eine resiliente Gesellschaft.“

Im Rennen um die Entwicklung vernachlässigen KI-Unternehmen in den Vereinigten Staaten und China die Sicherheit. Europa hat das Potenzial, um am Wettlauf erfolgreich teilzunehmen und Rahmenbedingungen zu definieren. Milborn kritisiert die Unterwürfigkeit der Europäischen Union vor den Vereinigten Staaten, die skrupellos agieren.

„Österreichische Vorstöße haben Beispielwirkung in Europa. Die europäische Gesellschaft muss sich gegen die Durchdringung chinesischer und amerikanischer Unternehmen schützen“, meint Milborn.

Europas Zukunft beginnt jetzt

Dass es um Europa nicht ganz so schlecht bestellt ist, der Handlungsbedarf aber groß ist, zeigt Verena Pausder, Vorsitzende des deutschen Startup-Verbands, auf. So startete kürzlich die erste Rakete von Isar Aerospace aus Bayern erfolgreich und weitere 100 Raketen stehen bereits in den Auftragsbüchern. Dem stehen allerdings 170 Raketenstarts von Space X im letzten Jahr gegenüber. Das Vertrauen der Wirtschaft in die USA sinkt aufgrund der politischen Situation. Auch die erfolgreiche Finanzierungsrunde von Mistral sieht sie als starkes Zeichen für das Vertrauen in europäische Lösungen. Auch im Bereich der Rüstungstechnologie hat Europa eine beachtliche Industrie mit hoher Innovationskraft etabliert. Die Forschung für Rüstungstechnologie bringt positive Effekte für den zivilen Bereich. Ein Problem sieht sie in den schwierigen Gründungsmodalitäten für Unternehmer, die mit der EU Inc. demnächst beseitigt werden sollen, um Gründungen in 27 einzelnen Staaten zu vermeiden.

„Europa braucht die rechtliche und bürokratische Struktur, um Talente und Ideen groß zu machen und hier zu behalten. Wir haben historisch hohe Gründungszahlen und verlieren 86 Prozent aller Scale-ups ins Ausland. Viele Milliarden Euro gingen in den letzten Jahren an den NASDAQ verloren, weil erfolgreiche Gründungen ins Ausland abgewandert sind“, so Pausder.

Vorhandenes Kapital muss in Innovationen investiert werden. Dafür müssen Fonds vergrößert werden. Sie ruft alle Staaten auf, sich für die European Tech Champ Initiative zu qualifizieren und dem Beispiel Frankreichs und Spaniens zu folgen.

„Der Digital Markets Act ist das schärfste Schwert, das wir in Europa haben und muss konsequent durchgesetzt werden. Es ist das Gebot der Stunde, unseren freien Markt zu verteidigen gegen Unternehmen, die hier keine Steuer zahlen“, unterstreicht Pausder.

Im European AI Act erkennt sie einen Standortvorteil, der spießig und langweilig wirken mag, aber den ethischen Rahmen für künftige Entwicklungen vorgibt.

Weniger Motzen, mehr investierten

Österreich belegt im zweiten Quartal 2026 den letzten Platz in der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Eurozone. Diese schlechte Performance kann nicht alleine auf globale Entwicklungen wie die Blockade der Straße von Hormus zurückgeführt werden. Im Talk mit Verena Pausder (Deutscher Startup-Verband) und Stefan Lenglinger (ORF) verortet Finanzmarktexpertin Monika Rosen (Österreichisch Amerikanische Gesellschaft) einen unterentwickelten Kapitalmarkt und zu wenig Finanzbildung insbesondere für Frauen. In Kombination mit überbordender Bürokratie ergibt sich daraus eine bedrohliche Gemengelage. Verantwortung dürfe nicht ausschließlich an die Politik delegiert werden. Auch die Medien sind aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten und den Menschen einerseits Wirtschaftskompetenz zu vermitteln und andererseits unternehmerischem Erfolgen eine Bühne zu bieten und damit zu einem positiven Stimmungsbild beizutragen.

Grand Seigneurs der Wirtschaft rufen im neuen JOYN-Vodcast zu mehr Mut auf

Künftig auf JOYN zu sehen und zu hören sind Andreas Treichl (Erste Stiftung) und Gerhard Zeiler (Warner Bros. Discovery) unter dem Titel „Über Österreich, die Welt und andere Unwichtigkeiten.“. Im Gespräch mit Tanja Kreidenhuber (ProSiebenSat.1 PULS 4) geben sie einen Vorgeschmack auf das neue Format.

„Trotz einer der höchsten Forschungsquoten in Europa und hervorragenden Unternehmen ist Österreich extrem weit hinten. Das ist kein Grund, um in eine Depression zu verfallen. Wir müssen zugeben, dass wir Mist gebaut haben und wieder anpacken, damit es wieder bergauf geht“, sagt Treichl.

„Europa muss sich mit 450 Millionen Menschen und einem exzellenten Bildungssystem nicht verstecken. Die hausgemachten Probleme sind lösbar. Wir kennen die Antworten und müssen sie nur umsetzen. Wir brauchen nur Mut“, ist Zeiler überzeugt.

Rechtspopulisten traut Treichl keine Wirtschaftskompetenz zu. Weil Schweden ein wirklich gut funktionierendes und kaum verschuldetes Land ist, konnten sich in Schweden die Demokraten bei der letzten Wahl nicht durchsetzen. Das Gegenteil attestiert er Deutschland mit seinen weitreichenden strukturellen Problemen. Zeiler mahnt eine Zukunftsvision für die Menschen ein und warnt davor, sich die Vergangenheit zurückzuwünschen. Sie fordern einen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft, um das Land nach vorne zu bringen.

Schicksalsgemeinschaft der Qualitätsmedien

Im Gespräch mit „Breaking Media“-Moderatorin Gundula Geiginger blickt der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig auf Gefahren durch soziale Medien. Sie haben zwar die „Kommunikationsmaschine Mensch entfesselt“, aber falsche Spielregeln definiert. Europa habe die Kraft und Tradition in der Regulierung, um die Plattformen in die Schranken zu weisen. Qualitätsmedien sieht er als letzte Firewall vor Falschinformation und hybrider Kriegsführung.

„Wir haben den österreichischen Medienmarkt zu lange wie ein Nullsummenspiel behandelt. Während wir darüber diskutieren, wer größer oder kleiner sein darf, gewinnen internationale Plattformen Aufmerksamkeit, Werbegeld und Daten. Deshalb sollten wir uns nicht länger fragen: Wie viel ORF darf es geben? Die wichtigere Frage lautet: Wie viel österreichische Öffentlichkeit wird es künftig noch geben? Denn Demokratie braucht Öffentlichkeit. Und Öffentlichkeit braucht unabhängige Medien“, sagt Pig.

Die Präsenz des ORF auf digitalen Plattformen ist Teil des gesetzlichen Auftrags. Künftig möchte er gemeinsam mit anderen Qualitätsmedien den Dialog mit der jungen Zielgruppe stärken, um diese langfristig auf die eigenen Plattformen zu bringen und mit Qualitätsjournalismus zu versorgen. Synergien sieht er beispielsweise im Investigativjournalismus und der Wirtschaftsberichterstattung.

Das Publikum in den Mittelpunkt stellen

Den inhaltlichen Abschluss von 4GAMECHANGERS NEXT machen ProSiebenSat.1 PULS 4-Infodirektorin Corinna Milborn und ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher und blicken gemeinsam in die mittelbare Zukunft der Medien.

„Damit die Gesellschaft funktioniert, müssen wir uns vom Gängelband der US-Konzerne trennen. Werbetreibende sind Teil der Lösung, damit kritischer und qualitativer Journalismus erhalten bleibt. Sie haben es mit ihren Werbeausgaben in der Hand“, appelliert Milborn.

„Geld kann abwandern, Werbung kann abwandern und – das halte ich für das Gefährlichste – auch Publikum kann abwandern. Die Antwort muss eine gemeinsame Vorwärtsstrategie sein: jetzt die richtigen Weichen zu stellen, damit der österreichische Medienmarkt stark und relevant bleibt. Österreich braucht starke private Medien. Und Österreich braucht gleichzeitig einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk“, so Thurnher abschließend.

+++ BILDMATERIAL +++
Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Verwendung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung. Weiteres Bild- und Informationsmaterial im Pressebereich auf leisure.at (Schluss)

zurück zur Übersicht