WE&ME Foundation: 2026 muss flächendeckende Betreuung für ME/CFS-Erkrankte in ganz Österreich bringen – BILD
ID: LCG26005 | 13.01.2026 | Kunde: WE&ME Foundation | Ressort: Innenpolitik | APA-OTS-Meldung
Burgenland, Niederösterreich und Caritas Socialis kündigen bei Stakeholder-Konferenz den raschen Start von Betreuungsprojekten an
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Wien (LCG) – Vor zwei Jahren hat die WE&ME Foundation der Familie Ströck nach der Finanzierung von Forschungsprojekten und der Bewusstseinsbildung für die schwere Erkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) einen kontinuierlichen Arbeitsprozess aller Beteiligten gestartet. Heute, Dienstag, wurde in Wien am Ströck-Firmenareal die achte und bisher größte Stakeholder-Konferenz mit über fünfzig Teilnehmern aus Gesundheitsberufen, Institutionen, Politik sowie Betroffenenvertretern abgehalten – darunter unter anderem die ehemaligen Gesundheitsminister Maria Rauch-Kallat und Rudolf Anschober.
Norbert Darabos präsentierte die Pläne des Landes Burgenland für die rasche Einrichtung einer Behandlungsstelle. Die Caritas Socialis kündigte den Start des Projektes „NORDLICHT – Pflege und Betreuung für Menschen mit ME/CFS“ für das zweite Quartal 2026 an.
Gabriele und Gerhard Ströck begrüßen, dass endlich konkrete Projekte umgesetzt werden: „Die Bundesländer Salzburg – auch dank des Engagements der Grünen und einer sehr aktiven Gruppe von Patientenvertretern –, Steiermark, Niederösterreich und Wien haben die Schaffung von Betreuungsangeboten angekündigt. Das Burgenland (Region Oberwart/Bad Tatzmannsdorf) macht jetzt ernst und setzt um. Wir schätzen diese Aktivitäten genauso wie das Projekt von Caritas Socialis sehr, aber 2026 muss aus den ersten Projekten eine flächendeckende medizinische Versorgung werden, wie dies für andere schwere Erkrankungen längst Normalität ist!“
Burgenlands ehemaliger Gesundheitsreferent Darabos kündigte bei der Stakeholder-Konferenz eine rasche Umsetzung der geplanten Strukturen im Burgenland an: „Im Regierungsprogramm Zukunftsplan Burgenland 2030 wurde eine ME/CFS-Anlaufstelle im Burgenland fixiert. Jetzt kommt es zur Realisierung mit einer wichtigen Ergänzung: einem Ambulatorium mit stationärer und ambulanter Betreuung. Im ersten Quartal 2026 soll eine Pilotgruppe für maximal zehn Personen verwirklicht werden. Der Endausbau soll noch heuer erfolgen in einem gesamtheitlichen Zugang mit multiprofessionellem Team (Ärzte, Psychologen, Ergo- und Physiotherapie).“
„NORDLICHT“: Neues Projekt der Caritas Socialis
Die Caritas Socialis startet im zweiten Quartal 2026 „NORDLICHT – Pflege und Betreuung für Menschen mit ME/CFS“. Das Ziel ist, Menschen mit ME/CFS und ihre An- und Zugehörigen zu beraten, zu Hause zu unterstützen und zu entlasten. Ebenso veranstaltet die Caritas Socialis am 13. Oktober 2026 einen ME/CFS-Fachkongress im Schloss Schönbrunn. Detaillierte Informationen werden im Februar 2026 auf cs.at/nordlicht bekanntgegeben.
Erstmals ist auch der Bundesverband Rettungsdienst Teil des Arbeitsprozesses der WE&ME Foundation.
„Sanitäterinnen und Sanitäter sind für Menschen mit ME/CFS oft die erste medizinische Anlaufstelle, etwa bei extremer Fatique oder Post-Exertional Malaise (PEM). Ohne spezifische Schulung und Handlungsleitlinien drohen Fehlinterpretationen und Fehlentscheidungen, die zu schweren Crashes führen können. Als zentrale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Gesundheitssystem können Sanitäterinnen und Sanitäter durch Sensibilisierung und angepasste Einsatzführung entscheidend zur besseren Versorgung von Betroffenen beitragen. Der Bundesverband Rettungsdienst fordert daher die Integration von Krankheitsbildern wie ME/CFS in der Aus- und Fortbildung sowie die Erarbeitung interdisziplinärer Leitlinien zur Verbesserung der präklinischen Notfallversorgung und des qualifizierten Krankentransportes“, so Clemens Kaltenberger, Präsident des Bundesverbandes Rettungsdienst.
WWTF und WE&ME Foundation: Seit 2024 bereits 3,1 Millionen Euro für die Forschung
Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) berichtet über explorative Ausschreibungen aus dem Jahr 2024, die sieben Projekte für vertiefende Erkenntnisse über Pathogenese, Diagnostik und/oder Therapie mit 700.000 Euro fördern. Mit der konsolidierenden Ausschreibung 2026 können ein bis zwei der besten Folgeprojekte mit einem Budget von etwa zwei Millionen Euro unterstützt werden.
Die ME/CFS Fellowships 2026 können bis zu fünf exzellente Forscher mit rund 200.000 Euro unterstützen, um in anderen Arbeitsgruppen im Ausland neue Methoden/Techniken zu lernen.
Dank der privat organisierten Charity-Gala kann auch die Biobank der MedUni Wien unter der Leitung von Eva Untersmayr-Elsenhuber mit weiteren 100.000 Euro die erste Phase bis 2027 finanzieren. Das Gesamtbudget liegt bei 200.000 Euro.
„Wir hoffen auf die Zusammenarbeit und den regen Austausch zwischen Wissenschaft, Referenzzentrum und klinischen Anlaufstellen in Österreich und darüber hinaus auf EU-Ebene. Wir schätzen deshalb auch besonders die Teilnahme von Jörg Heydecke, des Gründers der gemeinnützigen ME/CFS Research Foundation in Deutschland, der im Meeting über die 500 Millionen Euro Forschungsdekade der deutschen Bundesregierung für postvirale Erkrankungen berichtet“, so die beiden Stiftungsvorstände Gabriele und Gerhard Ströck.
Über die WE&ME Foundation
Die WE&ME Foundation (ehemals TEMPI Stiftung) wurde 2020 von Gabriele und Gerhard Ströck gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Der Weg der Familie Ströck wurde durch die Auswirkungen von ME/CFS tiefgreifend beeinflusst und hat das Wesen und den Zweck der WE&ME Foundation mit unerschütterlicher Entschlossenheit geformt. Zwei ihrer drei Söhne sind von ME/CFS betroffen. Die WE&ME Foundation setzt sich für die Grundlagenforschung im Bereich ME/CFS ein. Sie möchte das Wissen aus Forschung, Medizin und Patientenerfahrung zusammenführen, bündeln und breite Awareness schaffen, damit die notwendige Patientenversorgung erzielt werden kann. Weitere Informationen auf weandmecfs.org
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