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Klage der US-Handelsaufsichtsbehörde zeigt Missstände bei Big-Tech-Giganten und Gefahren für Wirtschaft und Gesellschaft auf – BILD

ID: LCG26214 | 15.09.2026 | Kunde: AGENDA 2050 | Ressort: Wirtschaft Ausland | Medieninformation

Amazon Cube © unsplash.com/Boliviainteligente

Irreführende Praktiken von Amazon sorgen für Verunsicherung unter Werbetreibenden und belasten Konsumenten. AGENDA 2050 kritisiert Ausnutzung der Marktmacht und verweist auf transparente Preisgestaltung heimischer Publisher und Vermarkter.

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Wien (LCG) – Selbst in den USA wächst der Widerstand gegen die fragwürdigen Geschäftsmodelle der Big-Tech-Plattformen. Die Handelsaufsichtsbehörde der Vereinigten Staaten (Federal Trade Commission) und die Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten haben Klage gegen Amazon wegen irreführender Werbepraktiken erhoben. Mit einem undurchsichtigen System habe der US-Konzern laut Anklageschrift Preise für Werbung auf seinen Plattformen massiv in die Höhe getrieben und Werbetreibende vorsätzlich getäuscht. Konkret geht es um den Vorwurf, dass Amazon seinen Kunden erklärt habe, sie würden Werbung nach dem „Second Price“-Prinzip kaufen. Dies würde bedeuten, dass der Käufer nur marginal höhere Kosten als der zweithöchste Bieter tragen würde. In der Praxis hat sich jedoch bewahrheitet, dass nach einem „First Price“-Prinzip gehandelt wurde, das zu deutlich höheren Kosten führt.

Bereits 2019 wurde ein als „Soft Reverse Price“ titulierter Preisaufschlag eingeführt, der Werbetreibenden und Agenturen nicht transparent kommuniziert wurde. Daraus lukrierte Amazon Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Im Vertrauen auf das „Second Price“-Modell wurden Werbetreibende dazu animiert, deutlich höhere Gebote abzugeben. Interne Dokumente belegen, dass Amazon die Preisaufschläge bewusst nicht kommuniziert hat, um seine Kunden nicht zu verunsichern und den Profit zu maximieren. Die höheren Kosten haben Werbetreibende zumindest teilweise an ihre Endverbraucher weitergegeben, wodurch diese unmittelbar geschädigt wurden. Rund eine halbe Million klein- und mittelständischer Unternehmen sind von der manipulativen Preisgestaltung betroffen und haben überhöhte Preise für Werbung bezahlt.

„Wenn einer der weltweit größten Onlinehändler unlautere und irreführende Praktiken anwendet, können die Auswirkungen enorm sein“, sagt Andrew N. Ferguson, Vorsitzender der Federal Trade Commission. „Amazon hat Millionen von Werbekunden dazu verleitet, deutlich höhere Preise zu zahlen. Diese höheren Kosten wurden größtenteils an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben. Die FTC unter Präsident Trump wird nicht zulassen, dass diese Täuschung weitergeht.“

Die Alarmglocken schrillen

In der Klage der Federal Trade Commission sieht die AGENDA 2050 eine dringende Warnung an Werbetreibende. Während europäische und österreichische Publisher und deren Vermarkter einem strengen regulatorischen Korsett unterworfen sind, häufen sich die Vorwürfe, dass sich Digitalgiganten über sämtliche Regeln hinwegsetzen und ihre Marktmacht zum Nachteil ihrer Kunden ausnutzen würden. Werbetreibende sind mit systematischer Intransparenz konfrontiert und müssen sich auf nicht auditierte Eigenangaben der Monopolisten verlassen. Diese verweigern sich anerkannten Reichweitenmessungen wie beispielsweise der Österreichischen Web Analyse.

„Österreichische Publisher und Vermarkter stehen in einem unfairen Wettbewerb und weisen ihre Zahlen transparent aus. Sie behaupten sich mit marktkonformen Preismodellen und überzeugen mit Qualität und Reichweite. Werbetreibende sind gut beraten, sich nicht in die Abhängigkeit der Digitalgiganten zu begeben, die sich im rechtsfreien Raum wähnen. Die Klage der Federal Trade Commission zeigt wieder deutlich, dass geltendes Recht konsequent durchgesetzt werden muss, um faire Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen und die Monopolisten nicht noch weiter zu stärken“, sagt Eugen Schmidt (AboutMedia), Präsident der AGENDA 2050.

Fragwürdiges Geschäftsmodell

Wie der deutsche Medienwissenschaftler Martin Andree kürzlich am iab Conference Day in Wien ausführte, wird Amazon immer mehr zur Bedrohung für die Wirtschaft. Bereits jetzt verdienen rund 30 Prozent der europäischen Hersteller kein Geld mehr auf der Plattform. Der Konzern ist darauf auch nicht angewiesen: Daten, Produkte und Konzepte hat er sich bereits seit geraumer Zeit gesichert und macht seinen eigenen Kunden Konkurrenz.

„Es ist höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel. Mit dem Digital Services Act und Digital Markets Act hat die Europäische Union das rechtliche Rüstzeug, um fairen Wettbewerb zu ermöglichen und Monopolisten in die Schranken zu weisen. Werbetreibende haben es selbst in der Hand und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – für ihre Budgets, eine gerechte Gesellschaft und vertrauenswürdige Medienvielfalt“, betont Schmidt.

Über die AGENDA 2050

Die AGENDA 2050 ist die strategische Initiative zur Stärkung, Sicherung und Entwicklung des Medienstandorts von führenden österreichischen Medienunternehmen und deren Vermarktern. Die AGENDA 2050 zielt darauf ab, ein qualitativ hochwertiges, journalistisch verlässliches und pluralistisches Medienangebot als Säule der Demokratie zu sichern und gemeinsam mit Werbetreibenden, Interessenvertretungen und politischen Entscheidungsträgern einen souveränen und wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Medienmarkt zukunftsfähig zu gestalten. Zu den Gründungsmitgliedern der AGENDA 2050 zählen AboutMedia, Azerion, COPE Content Performance Group, Der Standard, Kronen Zeitung, ORF-Enterprise, ProSiebenSat.1 PULS 4, Purpur Media und RTL AdAlliance. Weitere Informationen auf agenda2050.at

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