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Man Ray im Bank Austria Kunstforum Wien – BILD

ID: LCG18055 | 13.02.2018 | Kunde: Bank Austria Kunstforum Wien | Ressort: Kultur Österreich | Presseinformation

Man Ray, Noire et Blanche, 1926 (um 1970) © MAN RAY TRUST/Bildrecht, Wien, 2017

Ausstellung ist von 14. Februar bis 24. Juni 2018 im Ausstellungshaus auf der Freyung zu sehen.

Bilder zur Meldung auf http://presse.leisuregroup.at/kunstforum/manray

Wien (LCG) – Man Ray (1890–1976) ist einer großen Allgemeinheit heute als Fotograf bekannt. Tatsächlich war er einer der produktivsten und vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Während er in den USA längst als Ikone gilt, wurde sein Gesamtwerk in Europa bis dato nur spärlich rezipiert.

Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien widmet sich dieser Aufgabe und damit dem Universalkünstler Man Ray. Anhand von rund 200 Werken von internationalen Leihgebern, darunter dem Museum of Modern Art und dem Whitney Museum in New York, dem Centre Pompidou in Paris, der Tate London, der Sammlung Marion Meyer in Paris und der Fondazione Marconi in Mailand, stellt die Schau Man Rays richtungsweisenden intermedialen und damit zeitgenössischen Ansatz heraus. Malerei, Fotografie, Zeichnung, Assemblage, Aerografie, Film, Buch- und Objektkunst – es gibt kein Medium, mit dem Man Ray nicht gearbeitet hätte: So entsteht ein vielfältiges, poetisches und oft humorvolles Panorama, das es ermöglicht, erstmals den „ganzen Man Ray“ kennenzulernen.

Einflüsse von Fauvismus und Kubismus

Man Ray, der 1890 als Emmanuel Radnitzky in Philadelphia geboren wurde und 1976 im Alter von 86 Jahren in Paris verstarb, formte in seiner Experimentierfreude und mit schier unendlichem Ideenreichtum die Definition, wie und was heute als „Kunst“ betrachtet wird. Bereits zu Schulzeiten hegte Man Ray eine Faszination für die technische Zeichnung.

Am Beginn der Ausstellung steht Man Rays in Europa kaum bekanntes Frühwerk, das neben abstrakt-technischen Studien auch jene Gemälde umfasst, die während seines Aufenthalts in der Künstlerkolonie in Ridgefield (1913 bis 1915) entstanden und stark vom Fauvismus und Kubismus geprägt sind. Die Suche nach einer eigenen Bildsprache setzte sich mit der Rückkehr nach New York fort, wo er sich der Fotografie und dem künstlerischen Potenzial alltäglicher Objekte zuwandte.

Kollaboration mit Marcel Duchamp

Gemeinsam mit Marcel Duchamp, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband, entstanden kongeniale Werke, die Begriffe wie Original und Dokumentation in Frage stellen und Geschlechtergrenzen, unter anderem durch das Posieren vor der Kamera in Frauenkleidung, verwischen. In ihren Kollaborationen nahmen Man Ray und Duchamp bereits in den 1910er-Jahren Ansätze der Konzeptkunst und Body Art vorweg.

1921 kam Man Ray nach Paris – die Dadaisten und Surrealisten nahmen ihn begeistert auf. Ohne sich jedoch einer Gruppierung anzuschließen, arbeitete er unter anderem eng mit Tristan Tzara und André Breton zusammen. Allmählich avancierte Man Ray zu einem der gefragtesten Fotografen der Stadt. Neben seiner künstlerischen Arbeit nahm er auch kommerzielle Aufträge an und fotografierte innovative Modestrecken für Zeitschriften wie „Harper’s Bazaar“ oder „Vogue“. Seine Experimente in der Dunkelkammer führten zur „Entdeckung“ der Rayografie – Man Rays Form des Fotogramms, einer kameralosen Fototechnik – und zur Entwicklung der Solarisation, gemeinsam mit der Künstlerin Lee Miller, mit der er von 1929 bis 1932 liiert war.

Vorreiter der Intermedialität

Der Hauptraum des Bank Austria Kunstforum Wien ist dem medienübergreifenden Arbeiten – einer Praxis, die in der zeitgenössischen Kunstproduktion heute eine Selbstverständlichkeit ist – gewidmet. Man Ray wechselte scheinbar mühelos zwischen Objekt, Fotografie, Malerei und Zeichnung – und versuchte dabei stets, seiner jeweiligen Idee den geeignetsten künstlerischen Ausdruck zu verleihen. Alltagsobjekte wie Haushaltsgeräte oder Musikinstrumente verwandelte Man Ray so zu geheimnisvollen Objekten, die er in Fotografien und Gemälde (und vice versa) übersetzte. In einem eigens eingerichteten Cinéma werden Man Rays Filme, die in den 1920er-Jahren entstanden und prägend für die Ästhetik des Avantgardefilms sind, gezeigt.

Ende der 1930er-Jahre kehrte Man Ray wieder zur Malerei zurück und verarbeitete die Bedrohung Europas durch die Nationalsozialisten in heute geradezu prophetisch wirkenden Gemälden, deren markanteste Beispiele wie „La Fortune“ – dem Billard-Tisch, der über die Zukunft Europas zu entscheiden scheint – in der Schau versammelt sind.

Bis heute andauernde Rezeption

Abschließend wird erstmals auch der bis heute andauernden Rezeption Man Rays Beachtung geschenkt und so die Aktualität seiner Bildsprache und Kompositionen vor Augen geführt: Wie kaum ein anderer Künstler prägt Man Ray unsere (Alltags-)Kultur in Musikvideos, Mode, Kosmetik, Filmen, Graphic Novels, Einrichtungsgegenständen und Werbekampagnen. So verdeutlicht die Ausstellung Man Rays Rolle als Pionier der Intermedialität, der sich keinem Stil oder Künstlergruppe zugehörig fühlte, sich in den Verkörperungen seiner Ideen in verschiedensten Medien Mal um Mal neu erfand und sich somit bis heute jeder Kategorisierung entzieht.

Die Ausstellung ist von 14. Februar bis 24. Juni 2018 im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen.


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Ausstellung: Man Ray
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Dauer:    14. Februar bis 24. Juni 2018
Ort:      Bank Austria Kunstforum Wien
Adresse:  1010 Wien, Freyung 8
Website:  http://www.kunstforumwien.at
Facebook: http://www.facebook.com/kunstforumwien
Twitter:  https://twitter.com/kufowien
Lageplan: http://g.co/maps/k9ffd 

+++ BILDMATERIAL +++
Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Verwendung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung. Weiteres Bild- und Informationsmaterial im Pressebereich auf https://www.leisure.at. (Schluss)

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