Österreichischer Musiktheaterpreis zeichnet Anja Silja mit dem „Lebenswerk“ aus – BILD
ID: LCG26194 | 26.08.2026 | Kunde: Österreichischer Musiktheaterpreis | Ressort: Kultur Österreich | Medieninformation
Österreichischen Musiktheaterpreises am 8. September 2026 den Preis für das „Lebenswerk“.
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Wien (LCG) – Kaum eine Sängerin hat das Musiktheater der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so kompromisslos geprägt wie Anja Silja. Mit dem „Lebenswerk“-Sonderpreis zeichnet der Österreichische Musiktheaterpreis am 8. September 2026 im Rahmen der Gala in der Votivkirche Wien eine Künstlerin aus, die als Zwanzigjährige an der Seite Wieland Wagners zur Ikone wurde und sich seither immer wieder neu erfand – stimmlich wie darstellerisch.
„Anja Silja hat Rollen nicht ausgelegt, sie hat sie sich angeeignet – mit einer Direktheit, die dem Musiktheater ihrer Generation oft fremd war. Wo andere Werktreue suchten, suchte sie den Zugriff auf die Figur, ihre Widersprüche, ihre Abgründe. Diese unbedingte Haltung zur Rolle ist es, die wir mit dem ‚Lebenswerk‘-Preis würdigen“, betont Präsident Karl-Michael Ebner.
Vom Wunderkind zur Wagner-Ikone
Geboren 1940 in Berlin, wurde Silja bereits als Kind von ihrem Großvater Egon van Rijn in Gesang unterrichtet und gab mit zehn Jahren ihr erstes Konzert. 1956 debütierte sie am Staatstheater Braunschweig als Rosina im „Barbier von Sevilla", mit 19 Jahren sang sie in Wien und Aix-en-Provence bereits die Königin der Nacht.
Den internationalen Durchbruch verdankte Silja schließlich ihrem Bayreuth-Debüt 1960 als Senta im „Fliegenden Holländer" – eine Rolle, mit der die damals Zwanzigjährige, bis dahin ohne nennenswerte Bühnenerfahrung, für Aufsehen sorgte. Es begann eine enge künstlerische Verbindung mit Wieland Wagner, der sie bis zu seinem Tod 1966 in zentralen Partien besetzte: als Elsa im „Lohengrin", als Venus und Elisabeth im „Tannhäuser", als Eva in den „Meistersingern" sowie als Freia im „Rheingold". Bis 1967 gehörte sie zu den prägenden Stimmen des Grünen Hügels.
Parallel dazu baute sich Silja ein Repertoire von außergewöhnlicher stilistischer Breite auf: Als Marie und Lulu in den Opern Alban Bergs, als Salome und als Küsterin in Janáčeks „Jenůfa" gehörte sie zu den gefragtesten Charakterdarstellerinnen ihrer Zeit. Sie sang an der Metropolitan Opera New York, der Covent Garden Oper London, der Grand Opéra Paris, der Wiener Staatsoper sowie bei den Festspielen von Glyndebourne, wo sie insbesondere als Emilia Marty in „Die Sache Makropulos" Maßstäbe setzte. Auch als Regisseurin trat sie in Erscheinung, unter anderem 1990 in Brüssel.
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